Besonders in der Musikindustrie ist es wichtiger denn je, als Künstler von seinen Fans entdeckt zu werden. Deshalb kümmern sich viele Bands und Musiker aktiv im Netz darum, sich selbst als Personal Brands zu vermarkten. Beim Personal Branding geht es vor allem darum, die eigenen Aktivitäten sichtbar zu machen.
MySpace ist die Plattform, auf der wohl jede Band der Welt zu finden ist. Das Social Network ist für Musiker und Bands trotz des kometenhaften Aufstiegs von Facebook seit langem die Nummer Eins. Mit einem eigenen Musikangebot und speziellen Features hat MySpace schon früh Musiker gezielt angesprochen und tut es noch immer.
Besonderheiten bei MySpace sind ein prominent platzierter Musikplayer, eine eigene Box für Tourdaten, und die Möglichkeit das gesamte Profil individuell zu gestalten. Die Vernetzung und der Austausch mit anderen Musikern fällt leicht, weil eben jeder ein MySpace Profil hat.
Facebook hingegen bietet Bands hauptsächlich über Angebote Dritter (z.B. iLike) Möglichkeiten, sich selbst und ihre Musik zu präsentieren.
iLike, im Dezember 2009 von MySpace aufgekauft, ist sehr stark mit Facebook integriert und hat in letzter Zeit viele interessante Features hinzubekommen.
Joel Berger, Geschäftsführer MySpace Deutschland, über die Sexiness von MySpace, Konkurrenten und Werbung (Juli 2009):
„Vor drei Jahren hat sich alles auf MySpace abgespielt,“ erklärte mir Mikko von Hertzen, Frontmann der finnischen Rockband von Hertzen Brothers. Die Band hat immerhin rund 8000 MySpace Freunde, fast 700.000 Profilaufrufe und eine halbe Millionen abgespielte Songs.
„Aber in letzter Zeit ist es dort etwas ruhiger geworden. Heute sind vielleicht mehr Kids auf Facebook, aber unser Fokus liegt aber nach wie vor auf MySpace. Ich denke, wenn eine Band ihre Fans erreichen will, muss sie dort sein, wo ihre Fans sind. “
Nachfolgend weitere Auszüge aus meinem Gespräch mit Mikko von Hertzen über seine Nutzung von MySpace:
Hat MySpace der Band wirklich dabei geholfen erfolgreich zu werden?
Mikko von Hertzen: Ich glaube, dass es ganz entscheidend für den Erfolg einer Band ist, über diese Kanäle mit den Fans in Kontakt zu bleiben. Das Internet hat die gesamte Musikwelt auf den Kopf gestellt! Und zwar in jeglicher Hinsicht. Von Seiten der Band ist das Gute daran, dass unsere Musik gleichzeitig jedem Menschen in der Welt zur Verfügung steht. Natürlich ist die Konkurrenz auch sehr viel stärker als das früher der Fall war.
Dient Eure MySpace Präsenz nur dazu, mit bestehenden Fans in Kontakt zu bleiben, oder hilft sie auch beim Gewinnen neuer Fans?
Mikko von Hertzen: Die Band bekommt normalerweise neue Fans, wenn sie aktiv ist. Vielleicht am meisten, wenn ein neues Album erscheint. Wenn es ruhig ist im Sinne von Veröffentlichungen, dann hält MySpace existierende Fans im Griff. Sonst würden sie definitiv andere Foren finden, um über der Musik verwandte Dinge zu diskutieren.
Was würdest Du anderen Bands im Bezug auf die Nutzung von Social Media raten?
Mikko von Hertzen: Seid aktiv. Aber versucht, Social Media gezielt einzusetzen. Es macht wenig Sinn den Grossteil des Tages im Netz zu verbringen, wenn man sich eigentlich darauf konzentrieren sollte, großartige Musik zu kreieren. Versucht einen Weg zu finden, durch den Ihr sehr viele Leute mit minimalem Aufwand erreicht.
Gibt es "Success Stories“ Eurer Social Media Nutzung?
Mikko von Hertzen: Vor eineinhalb Jahren kam ein PR Profi über unser MySpace Profil auf uns zu. Er organisiert ein jährlich stattfindendes Event für Progressive Music in Philadelphia und bot uns an, dort zu spielen. Letztes Jahr waren wir aufgrund von anderen Verpflichtungen nicht in der Lage dazu, aber im Frühjahr machen wir den Gig! Ich weiss nicht, wie er von uns erfahren hat, aber zumindest war er über MySpace in der Lage, Kontakt zur Band aufzunehmen.
Was war für den Erfolg der Band denn wichtiger: die eigene Website oder Social Media?
Mikko von Hertzen: Ich sehe das so: Social Media ist oft wie eine Anzeige und die Website ist ein Ort an dem die Leute mehr Informationen über uns bekommen. Unsere Band kann ohne die Website nicht existieren, weil die Website unsere alten Fans anspricht. Und wahre Fans darf man nicht ignorieren. Aber um die Leute zur Website zu bringen, brauchen wir Social Media. Ohne Zweifel.
Jonathan Schikowski

Letzte Kommentare